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Artikel: Extrait de Parfum: Bedeutung, Konzentration und Unterschiede

Flakon SYLT [digital:blue] Extrait de Parfum, Frontansicht
Duftwissen

Extrait de Parfum: Bedeutung, Konzentration und Unterschiede

Extrait de Parfum ist die Duftkonzentration mit dem höchsten Anteil an Duftstoffen. Üblich sind etwa 20 bis 40 Prozent Parfumöl, gelöst meist in Alkohol. Ein Extrait wirkt dadurch oft dichter, runder und näher an der Haut als ein Eau de Parfum und wird sparsamer dosiert.

Auf dem Etikett steht es als „Extrait de Parfum“, „Extrait“, „Parfum“ oder „Pure Parfum“. In diesem Ratgeber erfährst du, was hinter der Bezeichnung steckt, wie sich Extrait de Parfum von Eau de Parfum und Eau de Toilette unterscheidet, wie lange es hält und wie du es richtig verwendest.

Was ist Extrait de Parfum?

Der Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet sinngemäß „Extrakt des Parfums“. Gemeint ist die konzentrierteste Form, in der ein Duft angeboten wird. Ein Parfum besteht grundsätzlich aus drei Bestandteilen: dem Parfumöl (dem eigentlichen Duftkonzentrat aus natürlichen und synthetischen Riechstoffen), einem Lösungsmittel – meist Ethanol – und etwas Wasser. Je höher der Anteil des Parfumöls, desto höher die Konzentrationsstufe.

Beim Extrait de Parfum ist dieser Anteil am größten, der Alkoholanteil entsprechend geringer. Deshalb sprüht oder tupft man weniger Flüssigkeit auf, bekommt aber mehr Duftstoff auf die Haut. Früher wurde Extrait fast ausschließlich in kleinen Flakons mit Glasstopfer verkauft und aufgetupft. Heute gibt es Extraits auch als Spray, häufig in 30, 50 oder 100 ml.

Andere Namen für Extrait de Parfum

  • Parfum oder Pure Parfum – vor allem bei klassischen Häusern üblich.
  • Extrait – die Kurzform, häufig bei Nischenmarken.
  • Perfume Extract oder Parfum Extract – die englische Bezeichnung.
  • Esprit de Parfum – wird von einigen Herstellern für eine Stufe zwischen Eau de Parfum und Extrait verwendet.

Zusätze wie „Intense“, „Elixir“, „Absolu“ oder „Extrême“ sind dagegen keine festen Konzentrationsstufen. Hersteller nutzen sie unterschiedlich – mal für eine stärkere Version, mal für eine neue Interpretation eines bekannten Dufts. Aussagekräftig ist nur, was tatsächlich als Konzentration angegeben ist.

Wie hoch ist die Konzentration bei Extrait de Parfum?

Wichtig vorab: Es gibt keine gesetzliche Norm, die festlegt, wie viel Parfumöl ein Extrait de Parfum enthalten muss. Die Prozentangaben sind in der Branche übliche Spannen, und jedes Parfumhaus legt seine Rezepturen selbst fest. Deshalb findest du in verschiedenen Quellen leicht abweichende Werte. Als grobe Orientierung gilt:

Konzentrationsstufe Übliche Spanne Duftöl Typische Wirkung
Extrait de Parfum / Parfum ca. 20–40 % dicht, rund, eher hautnah, sparsam dosieren
Eau de Parfum (EdP) ca. 15–20 % (teils ab 10 % angegeben) kräftig, gute Ausstrahlung, alltagstauglich
Eau de Toilette (EdT) ca. 5–15 % leichter, frischer Auftakt, verfliegt schneller
Eau de Cologne (EdC) ca. 2–5 % sehr leicht, erfrischend, kurzlebig
Eau Fraîche / Body Mist ca. 1–3 % Erfrischung für zwischendurch

Ausführlich verglichen werden die Stufen in unserem Ratgeber zum Unterschied zwischen Eau de Parfum, Eau de Toilette und Extrait.

Extrait de Parfum und Eau de Parfum: der Unterschied

Der offensichtliche Unterschied ist die Konzentration. In der Praxis zeigt er sich aber an mehreren Stellen:

Mehr Duftstoff, weniger Alkohol

Weil ein Extrait weniger Alkohol enthält, wirkt der erste Moment nach dem Auftragen oft weicher. Das typische, kurz stechende Alkoholgefühl eines frisch gesprühten Eau de Toilette fällt schwächer aus. Der Duft entfaltet sich ruhiger.

Näher an der Haut

Viele Menschen erwarten, dass ein Extrait „lauter“ ist als ein Eau de Parfum. Häufig ist das Gegenteil der Fall: Extraits werden oft als dichter, aber hautnäher beschrieben. Der Alkohol in leichteren Konzentrationen trägt die flüchtigen Duftstoffe schnell in die Luft und sorgt für eine größere Duftwolke (Sillage) in den ersten Minuten. Ein Extrait bleibt stärker bei dir – wer dir nahekommt, riecht ihn deutlich, der ganze Raum nicht unbedingt.

Oft eine eigene Komposition

Wenn ein Duft in mehreren Konzentrationen erscheint, ist das Extrait nicht immer einfach „mehr vom Gleichen“. Parfumeure passen die Formel für jede Konzentration häufig an: Manche Noten werden betont, andere zurückgenommen. Zwei Versionen mit demselben Namen können deshalb spürbar unterschiedlich riechen.

Anders dosiert

Von einem Extrait brauchst du weniger. Wo du beim Eau de Parfum drei bis vier Sprühstöße verwendest, reichen beim Extrait oft ein bis zwei.

Wie lange hält Extrait de Parfum?

Die ehrliche Antwort: Das hängt nur zum Teil von der Konzentration ab. Entscheidend sind vor allem die Duftnoten selbst. Zitrusnoten wie Bergamotte oder Zitrone sind sehr flüchtig und verfliegen schnell – auch in einem Extrait. Hölzer, Harze, Moschus, Vanille oder Amber haften dagegen lange, selbst in einem Eau de Toilette. Wie sich ein Duft über die Zeit verändert, erklärt unser Artikel zur Duftpyramide mit Kopfnote, Herznote und Basisnote.

Dazu kommen Faktoren, die bei jedem Menschen anders sind:

  • Hauttyp: Auf trockener Haut verfliegt Duft meist schneller als auf gut gepflegter, leicht fettiger Haut.
  • Temperatur: Wärme verstärkt die Ausstrahlung, lässt den Duft aber auch schneller verdunsten.
  • Auftragsstelle: Auf Kleidung und in den Haaren hält Duft oft länger als auf der Haut.
  • Gewöhnung: Die eigene Nase gewöhnt sich an den Duft. Du nimmst ihn nach einer Weile kaum noch wahr, andere schon.

Pauschale Stundenangaben für „Extrait“ sind daher mit Vorsicht zu lesen. Als Faustregel gilt: Bei gleicher Komposition hält eine höhere Konzentration in der Regel länger, verglichen über verschiedene Düfte hinweg sagt die Konzentration allein wenig aus.

Extrait auf Alkohol- oder Ölbasis?

Die meisten Extraits sind in Alkohol gelöst und werden gesprüht. Daneben gibt es Parfumöle, bei denen die Duftstoffe in einem geruchsneutralen Öl gelöst sind und die meist mit einem Roller oder Stäbchen aufgetragen werden. Parfumöle wirken in der Regel noch hautnäher und entwickeln sich langsamer. Alkoholbasierte Extraits verteilen sich gleichmäßiger und lassen die Kopfnoten deutlicher hervortreten. Beides ist eine Frage des Geschmacks, nicht der Qualität.

Warum ist Extrait de Parfum teurer?

Ein Extrait enthält mehr Parfumöl pro Milliliter, und das Parfumöl ist der teuerste Bestandteil eines Dufts. Hinzu kommt, dass hochwertige Rohstoffe wie Rosen- oder Jasmin-Absolue, Iris oder natürliche Hölzer stark im Preis schwanken. Viele Häuser bieten Extraits deshalb in kleineren Flakons an. Rechnest du den Preis pro Anwendung, relativiert sich der Unterschied oft, weil du weniger brauchst.

Extrait de Parfum richtig auftragen

Weil die Konzentration hoch ist, lohnt sich ein bewusster Umgang:

  1. Sparsam beginnen: ein bis zwei Sprühstöße oder ein kleiner Tupfer reichen für den Anfang.
  2. Auf warme Stellen: Handgelenke, Halsansatz, hinter den Ohren oder die Armbeugen geben den Duft gleichmäßig ab.
  3. Nicht verreiben: Reiben erzeugt Wärme und kann die Kopfnoten schneller verfliegen lassen.
  4. Haut vorher pflegen: Eine unparfümierte Lotion hilft, dass der Duft besser haftet.
  5. Vor dem Anziehen: So kommt der Duft nicht direkt auf empfindliche Stoffe wie Seide.

Mehr Tipps findest du im Ratgeber Parfum richtig auftragen.

Für wen eignet sich Extrait de Parfum?

Ein Extrait passt gut zu dir, wenn du …

  • einen Duft möchtest, der dicht und vollständig wirkt, ohne den Raum zu füllen,
  • im Büro oder in engen Räumen unterwegs bist und niemanden überfordern willst,
  • gern nachlegst, aber mit einem kleinen Flakon auskommen möchtest,
  • warme, holzige, blumige oder orientalische Kompositionen magst, die in dieser Konzentration besonders rund wirken.

Wenn du dagegen eine deutliche, weit tragende Duftwolke suchst oder einen sehr frischen Sommerduft, kann ein Eau de Parfum oder Eau de Toilette die bessere Wahl sein. Welche Duftrichtung grundsätzlich zu dir passt, klärt unser Ratgeber Welches Parfum passt zu mir?

Wie lange ist Extrait de Parfum haltbar?

Gemeint ist hier nicht die Haltbarkeit auf der Haut, sondern im Flakon. Richtig gelagert – kühl, dunkel, verschlossen – bleibt ein Parfum in der Regel mehrere Jahre gut. Hitze, Licht und Sauerstoff sind die größten Feinde. Woran du einen gekippten Duft erkennst und wie du richtig lagerst, steht im Artikel zur Parfum-Haltbarkeit.

Aus unserem Sortiment

Alle drei SYLT-Düfte sind Extrait de Parfum in 50 ml, entwickelt von Parfumeur Karl-Heinz Bork und in kleinen Chargen in Deutschland gefertigt: der florale Sylt Woman, der aromatisch-maritime Sylt Man und der holzig-moschusartige [digital:blue]. Zum Kennenlernen gibt es das Duftprobenset mit 3 × 1,5 ml.

Hinweis: SYLT Parfum ist unsere eigene Marke.

Häufige Fragen

Ist Extrait de Parfum dasselbe wie Parfum?

Ja, in der Regel. „Parfum“ als Konzentrationsangabe auf dem Etikett meint meist dasselbe wie Extrait de Parfum. Im Alltag wird „Parfum“ allerdings auch als Oberbegriff für alle Düfte verwendet, deshalb lohnt der Blick auf die genaue Angabe.

Hält Extrait de Parfum länger als Eau de Parfum?

Bei derselben Komposition meist ja. Im Vergleich unterschiedlicher Düfte entscheiden aber vor allem die Duftnoten: Ein holziges Eau de Parfum kann länger wahrnehmbar sein als ein zitrisches Extrait.

Riecht Extrait de Parfum stärker?

Es wirkt intensiver und dichter, strahlt aber häufig weniger weit in den Raum ab als ein Eau de Parfum. Nahestehende nehmen es deutlich wahr.

Wie viele Sprühstöße Extrait de Parfum sind richtig?

Für den Anfang ein bis zwei. Taste dich heran und frag im Zweifel jemanden, ob der Duft angenehm wahrnehmbar ist – die eigene Nase gewöhnt sich schnell daran.

Ist Extrait de Parfum für den Alltag geeignet?

Ja. Gerade weil es eher hautnah bleibt, eignet es sich gut für Büro und Alltag, solange du sparsam dosierst.

Gibt es eine gesetzliche Definition für Extrait de Parfum?

Nein. Die Konzentrationsspannen sind Branchenkonventionen. Jedes Haus entscheidet selbst, wie viel Parfumöl es verwendet.

Stand: September 2026

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